Der Molly

Allgemeines

Unter der Bezeichnung Molly sind die Arten Poecilia sphenops (Spitzmaulkärpfling-Kleinflosser) und Poecilia latipinna (Großflosser) zu verstehen.

Der im Handel erhältliche Molly in seinen Farbformen -Goldmolly, Black Molly, Marmormolly uvm- basiert auf dem Spitzmaulkärpfling (Poecilia sphenops). Jedoch werden oft, ob beabsichtigt oder nicht, Großflosser mit eingekreuzt, um eine attraktivere Flossenform zu erhalten. So kann der an sich kleinere Mollymann auch mal größer als sein Weibchen werden.

Ein Mollyweibchen wirft in der Regel jeden Monat einmal. Sie sind lebendgebärend was bedeutet, dass lebende Fische den Mutterleib verlassen. Der Nachwuchs der Black Mollys hat sofort die typische tiefschwarze Färbung. Es ist jedoch auch ohne weiteres möglich, dass ein schwarzes Pärchen, gescheckte Jungen bekommt. Diese "dunkeln" dann nur noch wenig nach. Sie bleiben scheckig.

Das Weibchen ist oft größer als das Männchen und auch durch die fächerförmige Afterflosse vom Männchen zu unterscheiden. Das Männchen trägt das stäbchenförmige Gonopodium, um die Begattung durchzuführen. Ein Weibchen kann mit einer Begattung bereits genug Sperma "eingelagert" haben, daß das Tier für mehrere Würfe befruchtet ist.


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Die bestehende Schwangerschaft ist durch das Dickerwerden des Weibchens erkennbar. Ein Trächtigkeitsfleck ist durch die meist kräftigen Deckfarben vielfach nicht erkennbar.

Mollys sind wärmebedürftig und wünschen gute Wasserverhältnisse. Sie geben viel Kot ab zwingen somit zum regelmäßigen Wasserwechsel. Sie sind sehr neugierig und zupfen geeignetes Futter auch direkt von den Fingern. Ihre Neugier kann Ihnen aber zum Verhängnis werden, wenn Sie z.B. beim wöchentlichen Reinigen dem Schlauch zu nahe kommen, und miteingesogen werden. Es ist daher ratsam, das Wasser nicht direkt in den Ausguß/Toilette fließen zu lassen.

Mit dem Alter werden die Fische immer schwerer "fangbar". Die Fische lernen sehr schnell dem Kescher auszuweichen und sich neben Steinen "unsichtbar" zu machen.

Farbvarianten

Nachdem die schwarze samtartige Farbe nahezu perfekt durchgezüchtete war, wandte man sich andere Farbschlägen zu. Dazu zählt z.B. der Silbermolly und der Goldmolly. Dazu kamen auch alle Mischformen als Marmormollys oder Goldstaubmollys.

Form

In der Mollyzucht wurden folgende Flossenformen herausgearbeitet:

Die Gabelschwanzform, bei der die Schwanzflosse an beiden Enden verlängert ist. (ungefähr wie der Guppy -Doppelschwert. Tatsächlich wird der Gabelschwanz-Molly auch oft Doppelschwertmolly genannt.)

Die Lyraflossenform, bei der zusätzlich zum "Doppelschwert" auch die Rückenflosse und die Seitenflossen verlängert sind. Die Tiere wirken dadurch sehr groß und elegant.

Der Guppyflosser, der einen "fahnenschwanz"-ähnlichen Behang haben soll.

Leider hat sich mittlerweile auch eine Zuchtvariante mit veränderter Körperform durchgesetzt. Der sogenannte Ballonmolly ist in den Geschäften immer öfter zu sehen. Diese Fische haben eine verkürzte Wirbelsäule. Dadurch wirkt der Körper Ballonförmig geschwollen. Der Fisch verliert dadurch seine elegante Form und wirkt entstellt. Ob sich die Form auf das Verhalten auswirkt weiß ich jedoch nicht. Kaufen werde ich diese Fische bestimmt nicht. Ich denke man soll solche "Verformungen" nicht durch Nachfrage attraktiv machen

Ernährung

Wie beim Guppy (da ich die Tiere ja zusammen halte). Fütterung ist bei mir 3 Mal täglich bei den erwachsenen Fischen und ca 5 Mal
täglich bei den Jungfischen. Ich füttere folgende Futtersorten im Wechsel:

Zucht

Die Voraussetzung zur Zucht ist natürlich der Erwerb einiger gesunder Tiere verschiedenen Geschlechts. Und genau da wird man bereits mit den ersten Problemen konfrontiert. Es ist gar nicht so leicht GESUNDE Tiere zu bekommen. Viele Mollys sind bereits Träger von Krankheiten, wenn man sie aus dem Aquaristikgeschäft nach Hause trägt. Teilweise sind sie medikamentös vorbehandelt, so daß eine Krankheit zu Hause ohne Dauerbehandlung dann voll zu Ausbruch kommen kann.

Weiterhin mußte ich schon erleben, dass Mollys -wahrscheinlich durch starke Inzucht- steril waren, sich also nicht mehr fortgepflanzt haben. Es ist natürlich auch möglich, dass sich die Tiere in dem gemischt besetzten Händlerbecken bereits mit unpassenden Partnern verpaart haben und die Weibchen in den nächsten Würfen nur unerwünschte Farbschläge hervorbringen.

Auch hier habe ich positive Erfahrungen auf Fischbörsen gemacht, wo ich wunderschöne Lyraflosser (leider nur Weibchen) erwerben konnte, die kerngesund waren und auch blieben. Die Fische wurden ausgesprochen kräftig. Jetzt sind alle daraus resultierenden Nachkommen von sehr schöner Form mit weit ausgezogenem Gabelschwanz.

Mehr als ein Männchen sollte man nur in einem Becken halten wenn genügend Weibchen zur Verfügung stehen, da ein unterlegenes Tier recht deutlich leidet. Ein gut bepflanztes Becken ist schon ausreichend für eine Vermehrungszucht. Die Tiere reproduzieren sich sehr stark. Die Jungtiere sind kurz nach der Geburt ausgesprochen wendig und beweglich. Anders als Platys und Guppys, die sich durch Bewegungslosigkeit unsichtbar machen wollen, sind Molly-Babys schon sehr aktiv und wuseln überall in den Pflanzen herum

Standardfehler

Welche Fehler gilt es zu vermeiden

Ablaichkasten - Finger weg davon, die Fische geraten unnötig in Streß. Frühgeburten sind vorprogrammiert. In einem gut bepflanzten Aquerium haben Jungfische genug Versteckmöglichkeiten

Ballonmollys - ich würde diese Zuchtform fast schon als Qualzucht bezeichnen, daher möchte ich auch raten diese Zuchtform nicht zu erwerben, um solche Zuchten nicht durch verstärkte Nachfrage zu forcieren

Temperatur - Mollys sind wärmebedürftiger als andere Lebendgebärende. Oft sind sie bei Temperaturen unter 26 °C krankheitsanfälliger und auch nicht so aktiv wie bei höheren Temperaturen.

Pünktchenkrankheit - Mollys sind empflindlich gegenüber dieser Schwächekrankheit, daher sollte man (wie eigentlich immer) für optimale Lebensbedingungen sorgen. Die Pünktchenkrankheit ist beim Blackmolly aufgrund der Färbung sofort zu erkennen und ist durch Wasserwechsel und Temperaturerhöhung auf ca 30 °C in den Anfängen auch ohne
Medikament gut in den Griff zu bekommen.

Kreuzungen - Experimente können ineressante Resultate hervorbringen. Lassen sich aber nicht unbedingt verkaufen. Mein Experiment, Silber- und Blackmolly zu kreuzen war zwar von hübschen aber nicht verkäuflichen Resultaten gekrönt. Mein Händler meine schlicht: "so was kaufen die Leute nicht". Eine Erfahrung, die ich auch später gemacht habe, als ich die Tiere anderweitig anbot.