Der Platy

Allgemeines

Unter der Bezeichnung Platy verstecken sich zwei verschiedene Arten einer Fischfamilie. Zum einen der gedrungene Xiphophorus maculatus und der schlanker gebaute Xiphophorus variatus zu denen die Papageienplatys
gehören.

Beim Platy ist das Interesse des Männchens für ein Weibchen eher
langfristiger Natur. Das Platymännchen verteidigt sein Revier und "seine"
Weibchen eindringlich, und kann unterlegenen Männchen übel mitspielen. In einem 60l Becken ist es daher zweckmäßig nur ein Männchen und mehrere Weibchen zu halten. Ein unterlegenes Männchen zeigt sein Unglücklichsein durch Verstecken und Flossenklemmen. Im weiteren Leidensverlauf kann es auch aufgeben und dann sterben.

Ein Platyweibchen wirft ca jeden Monat einmal. Sie sind lebendgebärend was bedeutet, daß lebende Fische den Mutterleib verlassen. Die Kleinen lassen erst einmal nichts von Ihrer späteren Farbenpracht erkennen. Sie sind eher unscheinbar durchsichtig mit einem leichten Orangeton. Teilweise sind auch schon Schwarzfärbungen (Wagtailplaty) zu erkennen. Erst mit dem Wachstum kommt auch die Farbe. Zur Geschlechtsreife sind die Tiere dann voll ausgefärbt. Die Männchen sind in der Regel etwas kräftiger gefärbt, was bei der Balz/dem Imponieren besonders gut zu sehen ist.

Das Weibchen ist größer als das Männchen und auch durch die fächerförmige Afterflosse vom Männchen zu unterscheiden. Das Männchen trägt das stäbchenförmige Gonopodium, um die Begattung durchzuführen. Ein Weibchen kann mit einer Begattung bereits genug Sperma "eingelagert" haben, daß das Tier für mehrere Würfe befruchtet ist.

Männchen:


Weibchen:


Die bestehende Schwangerschaft ist durch das Dickerwerden des Weibchens und dem Trächtigkeitsfleck (je nach Art mehr oder minder deutlich) zu erkennen. Ein Platyweibchen das kurz vor einer Geburt steht, ist sehr dick. Gerade so, als wäre es hoffnungslos überfressen. Wenn es sich dann zurückzieht ist es bald soweit.

Farbvarianten

Zu den Farbvarianten des Variatus-Platy zählt vor allen der Papageienplaty, der fast alle Farben in einem Fisch vereinen kann.

Der Maculatus-Platy wurde die Zucht auf die Herausarbeitung markanter Färbungen und speziell der roten Farbe verstärkt.

Da gibt es den Korallenplaty in sattroter, samtartig wirkender Färbung. den
Wagtailplaty, bei dem die Flossen dagegen weitestgehend schwarz sind. Es gibt Punkt- und Strichmuster an der Schwanzwurzel, gepunktete Tiere (Pfeffer und Salz), Blauspiegelplatys (bläulich glänzende Schuppen) und eine Zuchtform mit dem Namen "Blutendes Herz" (rote, fast blutig wirkende Streifen). Es wird hier sicher noch nicht das Ende der züchterischen Möglichkeiten erreicht sein, zumal durch Einkreuzen attraktiver Schwertträgerfärbungen die Möglichkeiten schier unbegrenzt scheinen. Hier
gibt es eine Fotoliste einiger Zuchtformen
.

Form

Die Flossenvarianten sind (zum Glück ?!) bisher auf wenige Formen beschränkt. neben der natürlichen Flossenform gibt es Simpson-Platys mit schleierartig verlängerter Rückenflosse. Beim Lyra-Flosser sind alle Flossen verlängert (auch das Gonopodium des Männchens, so daß dieses zeugungsunfähig sein kann). Der Pinselschwanzplaty hat eine Verlängerung einzelner Schwanzflossenstrahlen.

Der Flossenformen-Wahn hat meines Wissens die Platyzucht noch nicht erreicht, oder scheitert an den genetischen Möglichkeiten.

Ernährung

Wie beim Guppy (da ich die Tiere ja zusammen halte)

Fütterung ist bei mir 3 Mal täglich bei den erwachsenen Fischen und ca 5 Mal täglich bei den Jungfischen. Ich füttere folgende Futtersorten im Wechsel:



Zucht

Die Zucht des Platys geschieht ohne weiteres zutun. Man kauft sich ein Paar Tiere, und spätestens 4 Wochen später hat man doppelt so viele Fische wie vorher. Wenn man nicht auf einen Farbschlag fixiert ist, können durch Kreuzung wunderschöne Farbkombinationen entstehen, die den reinrassigen durchgezüchteten Stämmen in ihrer Farbenpracht in nichts nachstehen.

In der nächsten Generation finden sich dann wieder neue Kombinationen zusammen. Eine spannende Angelegenheit. Einen Stamm reinrassiger Tiere zu halten, oder diesen Stamm weiterzuentwickeln ist mit der Guppyzucht vergleichbar, obwohl beim Platy seltener die Vollendung der Flossenform im Vordergrund steht, als vielmehr die Intensivierung der Färbung.

Schöne Tiere bekommt man schon in der Zoohandlung. Jedoch kann man mit der Krankheitsanfälligkeit großes Pech haben. Von ca 10 Tieren, die ich von der Farbe Wagtail gekauft habe sind in Endeffekt nur zwei Tiere (ausgerechnet Männchen) übriggeblieben. Ich hatte dann das Glück von Privat einen Wurf junger Platys der gleichen Farbrichtung zu erhalten, die alle gesund und munter bei mir aufgewachsen sind. Damit kommt es auch in nächster Zeit nicht zur Inzucht (außer die Tiere sind nun doch zufällig miteinander verwandt).

Ein schönes und preiswertes Buch zum Thema Schwertträger und Platys gibt es aus der "Wer weiß was"-Reihe im Tetra-Verlag von Hellmut Stallknecht. Hier gibt es mehr Infos, und Bestellmöglichkeiten

Weiterhin ist ein Buch von Harro Hieronimus erschienen "Platys & Schwertträger" Hier gibt es mehr Infos, und Bestellmöglichkeiten
In einigen Büchern aus der Literaturliste sind Platyformen beschrieben.

Standardfehler

Welche Fehler gilt es zu vermeiden:

Ablaichkasten - Finger weg davon, die Fische geraten unnötig in Streß. Frühgeburten sind vorprogrammiert. In einem gut bepflanzten Becken haben Jungfische genug Versteckmöglichkeiten

Platys und Schwertträger - können sich kreuzen. Wegen der Gefahr von Spätschäden (Unfruchtbarkeit oder Hautkrebsbildung) bitte nicht zusammen im Gesellschaftsbecken halten. Züchter geben allerdingt manchmal gezielt etwas "Schwertträgergene" in eine Zucht, um neue Farbvariationen zu erziehlen. Nicht für Laien geeignet

Große, kräftige Platys - können einiges an Schwertträgerblut in sich tragen und sind durch obige Spatschäden gefährdet. Ebenso wie Platymännchen mit leichtem Schwertansatz an der Unterseite der Schwanzflosse


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