Das Zyperngras-Aquarium

Die Entstehung des Zyperngrasbeckens




Ich hatte im Herbst 2000 einfach mal eine Idee (Eine von der Art die mein Mann als "verrückt" bezeichnet) Ich hatte noch ein 25l Becken rumzustehen, Kies und eine Pumpe. Also habe ich mich ans Werk gemacht ein offenes Becken zu kreieren. Ich organisierte mir eine Zyperngraspflanze und wusch die Wurzeln aus, bis keine Erde mehr dran war. Die Wurzeln breitete ich auf dem Boden das Aquariums aus und gab reichlich Kies dazu. Dann habe ich Heizer und Pumpe installiert und das Becken ca bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt.

Da es ja Herbst war, und kaum direkte Sonne ins Zimmer kam wuchs die Pflanze fast nicht (Winterruhe) ich habe trotzdem nach einiger Zeit Guppy-Weibchen dazugegeben und meine Geheimwaffe: Posthornschnecken. Das Becken lief so vor sich hin... ich füllte regelmäßig Wasser nach und
machte ca alle 10 Tage einen Wasserwechsel.

Dann im Frühjahr ging es los. Die Sonne schien nun direkt auf das Becken und auf das Zyperngras. Zu dieser Zeit entdeckte ich auch meinen Superdünger Hobaferrum. Das Wachstum des Zyperngrases explodierte buchstäblich. Den Wasserstand konnte ich erhöhen, da die neuen Wedel des Zyperngrases fast doppelt so hoch waren wie die alten. der Umfang der Pflanze wuchs ständig. Wenn die Wedel abgeknickt im Wasser hingen, bildeten sich gleich wieder Ableger.

Bei voller Sonnenbestrahlung (ca 5 Stunden) habe ich täglich ein paar Liter Wasser nachfüllen müssen. Die Algen hielten sich in Grenzen... Die Massen an Posthornschnecken ließen den Algen kaum eine Chance.
Viele Algenbüschel hielten sich aber zwischen den Zyperngrasstengeln auf und versorgten das Becken mit Sauerstoff, der fleißig "hochblubberte" Zeitweise hat auch eine Efeutute ihre Wurzeln ins Wasser hängen lassen und ein Philodendron hat sehr gut hier Wurzeln geschlagen. In diesem Becken wurzeln Pflanzableger besser als irgendwo sonst.

Das Wachstum





Ende des Jahres 2001 war die Pflanze so stark gewachsen, daß die Hälfte des Aquariums mit Zypengrasstengeln gefüllt war.

Die Sonne und die gute Eisen-Düngung hatten Ihren Dienst erfüllt. Ende des Jahres 2001 war die Planze schier riesig und eines war klar, es mußte ein größeres Aquarium her. Da die Pflanze jetzt aber wieder in die Winterruhe verfiel, hatte ich mit dieses Unternehmen der "Umtopfens" für den nächen Frühling vorgenommen. Ich sollte noch lange daran zurückdenken...

Der Umzug ins neue Aquarium





Nachdem mein Zyperngrasbecken im Frühjahr 2002 mehr Zyperngras als Wasser enthielt, war eine Sache in jedem Falle klar: es ist ein Umzug fällig. Da ich ja seinerzeit nur ein 25l Becken genommen hatte, sollte nun ein 60l Becken her (und so was hat der sammelwütige Aquarianer ja immer zu Hause
noch herumzustehen ;-)

Just in diesem Moment bekam ich eine große Schaumstoffmatte, die eigentlich dazu bestimmt war ein Paket auszupolstern. Eine Idee war geboren: Warum nicht einmal ein Mattenfilter?? Nachdem ich bereits einiges darüber gelesen habe, was mich von der Zweckmäßigkeit überzeugte, wollte ich so etwas auch haben.

An einem Wochenende sollte es losgehen. Leider hat mein großes Platyweibchen eine Nacht vorher geworfen. Ich war also gut 2 Stunden mit dem Heraus fangen der Jungen beschäftigt.. Dann habe ich alles Wasser abgesaugt. Es sollte wieder verwendet werden.

Zwischenzeitlich wurde das neue Becken mit der gewässerten Matte (passte wie angegossen) und der alten Pumpe eingerichtet. Das Umsetzen der großen Pflanze war dann eine einzige Sauerei... die langen Wurzeln haben tropfend und triefend jedem eine Dusche verpasst.

Das alte Wasser habe ich dann wieder in das Becken gegeben und mit Frischwasser aufgefüllt. Den Filter angestellt und gewartet. Das Wasser in der Filterkammer war wunderbar klar, und schon bald klärte es sich auch im übrigen Teil. Die Fische kamen gleich wieder dazu. Ich rannte stündlich ins Schlafzimmer, um die Gesundheit der Fische zu begutachten. Folgende Dinge hätte ich besser machen können: Der Filterauslass ist sehr niedrig, so dass kaum Wasserbewegung an der Oberfläche entsteht. Durch die recht starke Matte und die Wasserkammer haben die Fische und die Pflanze nun nicht seeehr viel mehr Platz. Der nächste Umzug ist also schon fast vorhersehbar (seufz)

Als Ergänzung möchte ich noch anführen, daß ich nicht weiß wie hoch die Umwälzung ist, wie dicht und aus welchen Material die Schaumstoffmatte ist, wieviele Fische nun genau drin sind usw. Meine Experimente laufen immer mit einer hohen Zahl "Unbekannten". Keine Angst, sollte es den Fischen irgendwie nicht gut gehen, werden Sie natürlich sofort umquartiert.

Weiterführender Link:
www.deters-ing.de - Ein Standardwerk über Mattenfilter

Änderungen am Mattenfilter





Es ist geschafft. Der Mattenfilter läuft und läuft und funktioniert sehr gut. Im Nachhinein musste ich einige Sachen noch verändern, dann jedoch lief es super. Als erstes musste ich doch eine stärkere Pumpe einsetzen. Das System, die Pumpe hinter dem Schaumstoff zu klemmen war zwar gut, scheiterte jedoch an der blöden Position, die ich ausgesucht habe (pumpte genau in das Zyperngras, anstatt drumherum) und an der zu geringen Pumpleistung.

Der große Wachstumsschub kündigt sich an (Frühjahr 2002). Ich habe also eine Strömungspumpe eingesetzt (Hatte ich auch noch herumliegen) die genug Power hat, das Wasser nun durch die zuerst gebohrte Öffnung anzusaugen. Die Pumpe selbst ist jetzt im Hauptbecken und nicht mehr im Filterteil (seufz, wieder weniger Platz). Ich konnte die Pumpe aber gut hinter dem Zyperngras verstecken. Nur der Schlauch zur Filterkammer stört mich noch gewaltig.

Mittlerweile habe ich zwei schöne Kannenpflanzen auf die recht breite Filtermatte gestellt, die hoffentlich von der hohen Luftfeuchtigkeit profitieren. Die ersten neuen Kannen sind bereits gewachsen.

Dadurch, dass ich ein Aquarium mit Stegverstärkung genommen habe, muss ich nun immer, wenn sich neue Zyperngraswedel nach oben schieben, diese von den Stegen wegschieben... einige Wedel zerknicken jedoch trotzdem. :-(

Schädlinge!!

Leider haben sich auf dem schönen, mittlerweile riesigen Zyperngras Schildläuse niedergelassen. Schildläuse an Zimmerpflanzen sind mit Weißöl-haltigen Mitteln leicht zu vertreiben, aber leider ist die Anwendung von Weißöl nicht möglich, wenn die Pflanze im Wasser steht! Ein einziger Tropfen würde reichen, das Wasser zu verderben. Ich habe mich also erst einmal darauf eingelassen die Schildläuse mit der Hand zu zerdrücken... ein schier unmögliches Unterfangen. Die ganze Umgebung der Pflanze klebt vom Honigtau der Schildläuse. Es ist echt eklig!
Ich werde mich erkundigen, welche Möglichkeiten es noch gibt, die Läuse zu vernichten. Vielleicht finde ich (ähnlich wie bei Spinnmilben) natürliche Feinde....

Das Ende!?

Es kam, wie es kommen mußte. Die Pflanze wurde zu groß für das Aquarium. das 60er Becken war mittlerweile in der gesamten Breite zugewachsen. Der Wurzelballen war undurchdringlich und die Pflanze ist kaum noch gewachsen.

Schweren Herzens habe ich also im Sommer 2003 die Pflanze herausgenommen, und mangels Möglichkeit weitergegeben. Den Hamburger Mattenfilter habe ich so belassen, nur die Bepflanzung auf eine "weniger spektakuläre" Optik reduziert.

Fazit: Eine Zyperngraspflanze benötigt vor allem Platz, Licht und "warme Füße". Und wenn es nicht so einen riesen Spaß gemacht hätte, mit diesem Aquarium zu experimentieren, würde nicht ein Zyperngrasableger in
meinem 12 l Küchen-AQ auf einen neuen Einsatzort warten.... :-)

Hier noch die letzten Bilder von diesem tollen Aquarium zum
"Appetitmachen":