Der Guppy

Allgemeines

Ursprünglich in Südamerika beheimatet, hat der Guppy mit Hilfe des Menschen fast alle tropische und subtropischen Länder erobert. Durch ihre enorme Anpassungsfähigkeit kommen Sie sogar in Brack- und Meerwasser vor. Auch in Hinblick auf die Umgebungstemperatur ist der Guppy in seiner natürlichen Umgebung anpassungsfähig. Dort wurden bereits zwischen 18° und 36° Celsius gemessen.

Der Guppy ist ein Oberflächenfisch (nimmt also bevorzugt das Futter von der Wasseroberfläche auf). Das Weibchen ist bedeutend größer als das Männchen, jedoch einfacher gezeichnet, wenn nicht sogar ganz ohne Zeichnung. Das Guppy-Männchen gleicht mangelnde Körpergröße durch Farbenpracht und Wendigkeit aus.

Ein Guppy-Männchen tanzt bei der Balz mit verkrampftem Körper und stark gespreizten Flossen um ein ausgewähltes Weibchen herum und begattet es anschließend mit Hilfe der zugespitzten Afterflosse, dem Gonopodium. Ein Weibchen kann mit einer Begattung bereits genug Sperma "eingelagert" haben, dass die Tiere für mehrere Würfe befruchtet sind.

Guppys sind lebend gebärend. Dies bedeutet, dass das Guppyweibchen nach einer Tragzeit von ca einem Monat lebende Junge zur Welt bringt. Diese genießen keine Brutpflege, können jedoch schon sehr wendig
schwimmen und auch fressen. Bei genügend Versteckmöglichkeiten kommen genug Jungfische durch, um den Bestand an Fischen kontinuierlich anwachsen zu lassen


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Geschlechtsunterschiede


Anhand zweier Fotos eines blond/roten Stammes möchte ich die Unterscheidungsmerkmale der Guppys näher verdeutlichen:





Farbe


Die Färbung der Zuchtguppys wird unterschieden in Grund-
und Deckfärbung. Die Grundfarbe der Wildguppys und der meisten Zuchtguppys ist Grau . Diese Farbe ist dominant und überdeckt bei Mischung alle weiteren im Aquarium herausgezüchteten Mutationen.

Weitere Grundfarben sind Albino, Blond, Gold, Blau, Weiß, Silber, Creme, Albino-Weiß, und Pink. (Vielleicht mittlerweile auch wieder mehr) Diese Grundfarben sind einfach bzw. mehrfach rezessiv und verlieren sich optisch bei Einkreuzung von Guppys der Grundfarbe grau.

Die Deckfarbe ist jedoch der dekorative Faktor, der den Fischen zu seiner Popularität verholfen hat. Die mehr oder minder verlängerte Schwanzflosse schimmert in den schönsten Farben und Farbkombinationen. Zwischen Zitronengelb und Nachtschwarz,
leopardenartigem Musterungen oder eleganten Farbverläufen ist fast alles
züchtbar. Hierbei gilt ebenfalls der Vererbungslehre Beachtung zu schenken und sich in ein gutes Buch reinzulesen.

Form


Die Form der Guppys wird durch die Schwanzflosse des Männchens definiert. Europas Guppyzüchter haben folgende Flossenformen als
Standards festgelegt:

Großflosser:
A - Fahnenschwanz
B - Triangelschwanz
C - Fächerschwanz
D - Schleierschwanz

Schwertflosser:
E - Doppelschwert
F - Obenschwert
G - Untenschwert
H - Leierschwanz

Kurzflosser:
I - Spatenschwanz
J - Speerschwanz
K - Rundschwanz
L - Nadelschwanz


Am weitesten verbreitet ist der Triangelschwanz. Die bei einigen Zooläden erhältlichen Tiere sind jedoch eher als Gemisch zu bezeichnen und entsprechen oft bei weitem nicht den hier abgebildeten Standards.

Einige Züchter vertreten die Meinung kleine Tiere entsprechen der natürlichen Wuchsform. Dort soll die Färbung prächtiger sein.

Einige Züchter jedoch meinen große Tiere dokumentieren eine erfolgreiche Zucht und eine bessere Ernährung... Teilweise wird hier auch der Heterosis-Effekt ausgenutzt. (große und farbenprächtigere Fische durch Einkreuzung nicht verwandter Tiere)

Ich enthalte mich hier der Stimme denke aber schon, dass meine Fisch im Laufe der Selektion ein wenig größer geworden sind.

Ernährung


Fütterung ist bei mir 3 Mal täglich bei den erwachsenen Fischen und ca 5 mal täglich bei den Jungfischen. Ich füttere folgende Futtersorten im Wechsel:


Zucht




Wie wollen sie Züchten? Es ist nun mal ein großer Unterschied, ob man ein Paar Fische zusammentut und schaut was bei rauskommt, sich einen erbfesten Stamm besorgt und "Fehlfarben" aussortiert, oder ob man wirklich die sogenannte Hochzucht betreibt.

Ich bin irgendwie zwischen Fehlfarbensortierer und Hochzüchter anzusiedeln. Ich halte die Tiere nicht paarweise aber auch nicht in großen Rudeln. Ich selektiere akribisch, und nur der beste seines Jahrganges (manchmal auch keiner) kommt wieder mit in die Zuchtgruppe. Mein Zuchtziel ist nicht sooo sehr am Standard orientiert. Ich selektiere nach flächiger Färbung, Musterung, Größe, Flossenform, (so ca. in der Reihenfolge) Daher sind meine Fische meist sehr farbenprächtig, haben aber oft nicht die ideale Flossenform. Von blassen Fischen mit einer seltenen Grundfarbe die in irgendeinem Licht irgendwo schimmern halte ich nicht so viel, obwohl die Leistung des Züchters sicherlich enorm ist. Ich stehe auf Farbe.

Diese kommt auch nur dann zur Geltung, wenn Sie die Fische in schön eingerichteten Becken halten, mit vielen Pflanzen. Ich bin ein Gegner des "Zuchtanlage"- Wahnsinns. Schöne Becken in verschiedenen Größen,
optisch ansprechend arrangiert schlagen die "Keller-Regal-Züchter" in Sachen Ästhetik bei Weitem! Der sterile "Ohne-Bodengrund-und-Pflanzen-Look" lässt einfach zu viele Parallelen zu Legebatterien erkennen. Und das die Tiere dies mit Krankheitsanfälligkeit quittieren liegt meiner Meinung nach auf der Hand.

Beim Guppy ist es natürlich das Beste ein Paar oder ein Trio reinerbige Tiere zu bekommen, Das ist gar nicht so einfach wie es sich anhört, da viele Zooläden nur ein buntes Gemisch in den Becken zu schwimmen haben, und gleichstämmige Weibchen kaum zu bekommen sind. Viele Züchter geben auch keine jungfräulichen Weibchen ab. Und man weiß dank Vorratsbefruchtung auch bei den folgenden Würfen nicht, wer der Vater der Kleinen ist.

Ich habe hier gute Erfahrungen bei Fischbörsen gemacht, wo vereinzelt wirklich hochwertige Tiere abgegeben werden. Fragen Sie auch nach,
ob Sie selbstgezüchtete, oder Importtiere erwerben. Importtierchen
sind fast immer sehr empfindlich und vollgestopft mit Medikamenten. Da
hat man meist keine große Freude dran. Natürlich geben auch Guppyzüchter oft sehr hochwertige Tiere ab. Beispiel: Ömer Gülmez . Mich schrecken zwar die Preise etwas ab, obwohl ich weiß wie viel Arbeit in der Herausarbeitung eines neuen Stammes liegt. Aber es lohnt sich wirklich ein paar Euro mehr zu investieren und dann einen wirklich guten Start zu haben.

Wer einen eigenen Stamm herauszüchten will, der sei noch mal auf gute Literatur verwiesen. Ohne geht es nicht.
Wirklich!

Standardfehler


Welche Fehler gilt es zu vermeiden

Fischkauf beim Zoo-Händler - Eine heikle Angelegenheit, da viele Tiere Importiert werden und mit Antibiotika behandelt werden. Zu Hause im Aquarium kommen diese Tiere kaum mit dem "Bakterienansturm" klar und vielfach kommt es zum Massensterben! Lieber Tiere aus privater Zucht kaufen. Das gilt im besonderen Maße für den "Allerweltsguppy".

Ablaichkasten - Sie eignen sich nur um Jungtiere, die man aus den Schwimmpflanzen geangelt hat, zwei Wochen zu "mästen" bis sie gefahrlos zwischen den Großen mitschwimmen können. Um die Weibchen dort hineinzusetzen sind sie meist zu klein. Die Weibchen bekommen Angst und es kommt vermehrt zu Streßreaktionen.

Trockenfutter - reicht als alleinige Ernährung nicht aus! Die Tiere brauchen Gehaltvolles und wollen Abwechslung

Der Hochzuchtguppy ist kein Anfängerfisch! - Er verliert in der Hand des Unerfahrenen seine Schönheit und Farbenpracht, gerade weil er meist mit anderen Tieren "verkreuzt" wird. Wer dies weiß, und nicht allzu enttäuscht ist wenn die Farben mit der Zeit anders ausfallen, kenn jedoch gern experimentieren.

Pflege - Der Guppy verzeiht kleine Pflegefehler. Der Guppy mag nicht verhätschelt werden. Wenn die Temperaturen tagtäglich die gleichen sind und Sie täglich Wasser wechseln züchten Sie sich Mimosen heran, die bei jedem Umsetzen Probleme machen. Dies ist kein Freifahrschein zur Vernachlässigung der Tiere, denn: Regelmäßiger Wasserwechsel ist jedoch Pflicht !

Lange Schwanzflosse - Die Länge der Schwanzflosse macht noch keine Qualität (wia im richtigen Leben). Die zu lange Flosse macht den Fisch unbeweglich und lässt den Hinterleib herunterhängen. Bei der Balz kann die Flosse nicht mehr zu voller Pracht aufgespannt werden. Der Fisch verliert an Vitalität und wirkt träge!

Nehmen Sie die Guppyzucht nicht allzu Bierernst mit all den Standards. Züchten Sie Guppys die Ihnen gefallen!